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dieter

(Mitglied)

geändert von: dieter - 25.07.09, 15:43:42

die Bebauung in der Bergbaufolgelandschaft ist seit der
Katastrophe von Nachterstedt nun Dauerthema in den Medien.

Viele äußerten sich bisher zur Situation im Südraum-
einige fachlich begründet wie Prof.Berkner aber auch einige,
die ihre Kommentare obeflächlich beschwichtigend- erkennbar
aus Sorge um Vermarktungschancen abgegeben.

Wo äußern sich eigentlich die Bergleute mit Sachkenntnis,aus
jahrzehntelanger Erfahrung im Braunkohlenbergbau,Kippenbetrieb
usw.aus unserer Region.

Ich bin kein Bergmann- aber ich frage mich seit längerem ob
der Trend zur Bebauung des direkten Uferstreifens an unseren
privatisierten Seen- Harthsee (geplant über 40 Bungalows)als
Wassergrundstücke und Lagune Kahnsdorf(exquisite Uferbebauung.möglichst mit Boot bis in Garage) auch vom
Oberbergamt geprüft ist.
Vorrangig kenne ich nur eine Ausnahmegenehmigung zu §50abs2
des Sächs WG- zulässige Bebauung des Gewässerrandstreifens
zwischen Uferlinie und Böschungsoberkante.Eigentlich sind
10m der landseits angrenzenden Flächen,auch bei künstlichen
Gewässern freizuhalten.

Vor einem Baubeginn sollte- falls noch nicht vollzogen-
aus bergmännischer Sicht kritisch geprüft werden.Uferbe-
bauung wegen besserer Vermarktung oder mehr Sicherheit?

Liegt eine ausdrückliche Genehmigung der Bergbehörden zu
dieser geplanten Bebauung vor? Dann ist es ok.Jedoch nur vom
SG Wasserrecht wäre m.E. unzureichend.
23.07.09, 22:58:28

dieter

(Mitglied)

geändert von: dieter - 25.07.09, 22:36:32

Unterscheiden zwischen Bergbau-Folgelandschaft und
Altbergbau um Borna.

Für die Großtagebaue,die zur Wende noch förderten und in den
90-er Jahren ausliefen wurden Betriebsabschlußpläne;Sanierungsrahmenpläne usw.ausgearbeitet,nach denen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr realisiert werden.
Hainer See und BOrna-Ost (außer Harthsee)
sind noch nicht aus der Bergaufsicht entlassen- werden sicher noch entsprechend von der Bergaufsicht kontrolliert.

Meines Erachtens ist der Altbergbau um Borna und Nachbarorte
wesentlich kritischer zu bewerten.Die entstandene Diskussion
um die Hartmannsdorfer Str.verdeutlicht dies:Montag soll die
Bergbehörden das Loch begutachten.Es gibt mehrere kritische Stellen -dieses Loch in Borna West wird nicht das Letzte sein,siehe vorherige im Bereich der Stadthalde.

Böschungsrutschung an der B 176 Ortsausgang Borna nach Lobstädt! Seit Jahren stehen hier im Bereich des straßenbegleitenden Radweges Sperrschilder.Was passiert hier am Wyhralauf im Bereich Alttagebau Witznitz?

Adria Westböschung- Westufer,anschließend an Surfgelände Verbotsschilder- Lebensgefahr,Böschungsrutschung!Die Adria
lief einst nach Hochwasser voll-zur Stabilisierung der Böschungen im heutigen Stil blieb keine Gelegenheit!

Dies ist nicht für Katastrophenstimmung geeignet,aber die Verantwortung des Freistaates Sachsen für den Altbergbau
(Teilweise genutzt durch die Hochwasserstauseen entlang Pleiße) und die vielen Sukzessionsflächen,die uns umgeben,
sollte im Gespräch der Kommunalpolitiker bleiben.

Zu kopflastig wird die Bergbau-Folgelandschaft(Neuseenland)
in den Blickpunkt gerückt,nicht zuletzt wegen der enormen
Finanzmittel aus dem Verwaltungsabkommen Braunkohlesanierung.Aber Vorbehalte gegen Uferrandbebauung!

Der Altbergbau ist ebenso wie der aktive Bergbau(Schleenhain und die Abbaufelder Peres und Groitzsch)-die auf der Neuseenlandkarte teilweise schon
blau angelegt sind- etwas aus der öffentlichen Diskussion verdrängt.

Ich befürchte der Altbergbau wird sich noch hier und da "zu
Wort melden"- besonders im Raum um Borna-Altenburg/Meuselwitz.
25.07.09, 16:03:53

Texan

(Moderator)

geändert von: Texan - 04.08.09, 01:28:01

Meines Wissens steht Borna auf gewachsenen Boden. Auf Grund der geografischen Lage in der Leipziger Tieflandsbucht ist es eher eine sumpfige Landschaft gewesen.

Im Thema: Sport-Kultur-Freizeit wurde im Unterthema "Bornas lokaler Alltag aus der Sicht einzelner Bürger " Borna Nord als Kippengelände angesprochen.
Ich wuchs dort, im damals bezeichneten Stadtgebiet mit dem Spitznamen "Korea" auf.
Kann von meinen Erkenntnissen sagen: Ja es ist aufgeschüttetes Gelände. Der ehemalige Tagebau, jetzt Stausee Witznitz soff in den 30-iger/40-iger Jahren bei einem Hochwasser ab.
Bei der Adria Dieter, muss ich Dir widersprechen.
Ende der 70-iger war ich Berufsschüler im Bergbau, kann mich an kein Hochwasser erinnern, was die Adria geflutet haben soll. Damals auch noch leidenschaftlicher Angler besuchte ich dieses Gewässer und stellte eine gewisse Rekultivierung fest. Der Damm zwischen Borna und Deutzen, weiterverlaufend nach Regis ist mit der damaligen Technologie zum Pleiße-Hochwasserschutz erschaffen wurden.
Beim Fluten befanden sich keine Tagebaugeräte mehr im Loch. Anders im Witznitzer Stausee, denn dort soll noch Technik stehen.

Zu den Straßendeckeneinbrüchen in Borna/West habe ich eine Vermutung. Diese könnten entstanden sein, durch beschädigte Kanalisationen, welche das Erdreich auswaschen und Holräume bilden, wobei diese schließlich einbrechen. Das kann große Ausmaße annehmen.
Das Problem von beschädigten Kanalisationen und Straßendeckeneinbrüchen gab es auch Anfang der 80-iger in der Röthaer-Str. Hat aber mit dem Bergbau nicht's zu tuhn.

Kritisch sehe ich die Uferbebauung am Hainer See mit Wassergrundstücken für Betuchte.
Infos, siehe Link: http://www.leipzigseen.de/seenfakten/hainer-see.html

Gefahr bestünde lediglich für Borna Nord, wobei es keinerlei Anzeichen dafür gibt.
Aber die Natur ist unberechenbar. Sie gibt und nimmt.



Alles was ich hier äußere, ist meine persönliche Meinung entsprechend meines derzeitigen Wissensstandes. Ich erhebe keinerlei Anspruch auf absolute Richtigkeit.
04.08.09, 01:01:58

dieter

(Mitglied)

geändert von: dieter - 04.08.09, 21:53:00

Hallo,hier Lit.hinweis zu Bergbau Südraum:

Der Braunkohlebergbau im Südraum Leipzig
Bergbaumonographie 2003,Landesamt ... www.umwelt.sachsen.de/lfug

zu Bergbau besonders Historisch Region Borna-Regis-Meuselwitz
und Südraum: Zahlreiche Veröffentlichungen Claus Braütigam

z.B.zuletzt am 28.07.09 Osterländer Volkszeitung,Heimatgeschichte" Erdrutsch fordert 5 Menschenleben."

Daraus: ...Hochwasserkatastrophe 1954...
Tegebau Blumroda:..Die Wassermassen der Pleiße hatten den Damm zwischen Regis und Blumroda durchbrochen,überfluteten
den Tagebau,...Erst einige Jahre später gelang es einen teil
der Technik als Schrott zu bergen.

5 Tote gab es bei Kippenrutschung im April 1956..
Anmerkung:
Ein Teil des Abbaufeldes Blumroda liegt im späteren tgb.Borna-West= ADRIA

Speicher Borna wurde nach Stillegung des Tgb.Borna-West als
Stauanlagensystem zur Brauchwasserversorgung und zum Hoch-wasserschutz im pleiße-Einzugsgebeit hergestellt,u.a.
weitläufige Dammbauwerke am Nord-und Westufer(Kann man als
Badetourist aus Richtung Lobstädt hochkraxeln,wenn man nicht uber Blumroda zufahren will!)
Borna hat jetzt Dammweg als öffentlichen Weg gewidmet= Teil der NeuseenlandradRoute!
Deutzen muß für seine Gemarkung noch handeln.

Speicher 1979 i.B.;Ende 1980 auch Badestrand-dort heute teilweise
Müll oder Schafsch..., Gelände Surfverein ok und sauber.
04.08.09, 21:16:13

Texan

(Moderator)

Dieter,
gut Recherchiert.

Zitat von dieter:
Erdrutsch fordert 5 Menschenleben."
Daraus: ...Hochwasserkatastrophe 1954...
Tegebau Blumroda:..Die Wassermassen der Pleiße hatten den Damm zwischen Regis und Blumroda durchbrochen,überfluteten
den Tagebau,...Erst einige Jahre später gelang es einen teil
der Technik als Schrott zu bergen.5 Tote gab es bei Kippenrutschung im April 1956..
Anmerkung:
Ein Teil des Abbaufeldes Blumroda liegt im späteren tgb.Borna-West= ADRIA...


1954 war an mich noch nicht zu denken. 1956 noch nicht einmal in Planung.
Gut das es Ältere gibt, denen das damalige noch, wenn slebst auch nur aus der Kindheit noch geläufig ist.
Welche entsprechend Ihrer Kenntnisse recherchieren und berichten.

Danke Dieter.
So trägt sich ein Korn zum Anderen und ein Gesamtbild zu unserer Region entsteht.



Alles was ich hier äußere, ist meine persönliche Meinung entsprechend meines derzeitigen Wissensstandes. Ich erhebe keinerlei Anspruch auf absolute Richtigkeit.
05.08.09, 01:29:17

dieter

(Mitglied)

geändert von: dieter - 05.08.09, 19:15:51

Vorschlag:projekt für Gymnasium mit Regio Tv und..?

Zeitreise um Borna ,1910 bis heute, 360 grd Schwenk-

würde tolles Verständnis für Bergbaugeprägte Landschaft
befördern.

SUSI Interesse für Beteiligung und Anregung,ich bin gern dabei!Frage bitte auch Südraum- Verlag u.a.- ich kann nicht all meinen Ideen hinterherlaufen,leider

MfG dieter herrschelmann
05.08.09, 19:04:09

Texan

(Moderator)

geändert von: Texan - 05.08.09, 23:46:39

Zitat von dieter:
Vorschlag:...
Zeitreise um Borna ,1910 bis heute, 360 grd Schwenk-...


Was den Bergbau und den Traditionen in unserer Region betrifft.

Guter Vorschlag Dieter.

Noch gibt es sie, alte Bergarbeiter, die darüber berichten können und Zeitzeugen sind. Archive als Sachbeweise mit Zeitzeugenberichten verknüpfen, um ein Gesamtbild der bergmännischen Tätigkeit in unserer Region zu schaffen, wäre ein wichtiges historisches Werk, um den Generationen nach uns, bergmännische Geschichte zu erhalten.
Sicher gibt es schon einige Publikationen dazu, aber diese sollten zusammenfassend im Bewußtsein der Jüngeren und Ungeborenen erhalten bleiben.
Wir waren, noch sind wir es im kleinerem Stiel, eine Bergbauregion mit leider fast vergessenen Bergbautraditionen.

Das Erzgebirge macht uns da was vor. Sicher mit Recht, wegen des Jahrhundertalten Silberbergwerkes. Braunkohle war vor über 20 Jahren unser "Schwarzes Gold" und wurde unter Schweiß und Erfindungsreichtum aus dem Erdreich gefördert.

Bei der Erarbeitung dieser Zeitreise mit 360°-Schwenk, solle aber nicht der Umweltschutz im Vordergrund stehen, sondern die Notwendigkeit der Energie- und Rohstoffgewinnung für eine sich weiterentwickelnde menschliche Gesellschaft, mit dem entsprechenden Bedarf.
Sicher sollten die Auswirkungen auf unsere Region nicht außer Acht gelassen werden, aber auch die Chancen aufgezeigt werden, um hier zu bleiben. Um mit den Traditionen bewußt, neue Wege zu suchen.

Alles was ich hier äußere, ist meine persönliche Meinung entsprechend meines derzeitigen Wissensstandes. Ich erhebe keinerlei Anspruch auf absolute Richtigkeit.
05.08.09, 23:43:29

dieter

(Mitglied)

geändert von: dieter - 16.08.09, 21:16:48

Antwort zu Texan

Es ist garnicht viel Archivarbeit zu leisten,das meiste
greifbar.
Ich denke ja auch mehr an Filmanimation.
Es gibt z.B. von Mibrag die DVD"von Tagebauen zu Seen"- betr.
Tgb.Espenhain.

Es sollte die Historie unterlegt werden,aber positiv das
nachfolgend gestaltete; Die Hochwasserschutzzone entlang Pleiße von Fockendorf bis Rötha(oder Stöhna) mit den Seen.
Touristisch aufwertbar.
Die bebauten Altflächen nach längerer Liegezeit wie
Gewerbegebiete-Am Wilhelmschacht,Blumroda,Zedtlitzer Dreieck.

Siedlungen -Borna Nord,straßenzüge in Regis und Deutzen

Und Seen- Haselbach,Bockwitz mit Harthsee

Sozusagen ein Pendant zu den stadtnahen Seen ,die allesamt
bebaut werden,bevor sie noch richtig voll Wasser sind.
06.08.09, 17:50:14

monikarno

(Mitglied)

Mich erstaunt echt,dass hier zum aktuellen Thema
Bergbau-Folgelandschaft sich so wenige erfahrene Bergleute
mit Beiträgen beteiligen.

Andererseits will die Stadt für ein Doku-Zentrum zu Bergbau
die Holzmühle- ein historisches Haus in Borna sanieren.

Da fragt man sich,wann laden denn die Macher mal zu einem
konzeptionellen Gespräch ein? Ich würde dort auch gern
dieter und texan als Teilnehmer mit guten Ideen begrüßen.

Ansonsten :Lebt der Bergbau bei den Bürgern unter 50 noch so
weiter im Interesse,dass sich ein spezielles Doku-Zentrum- über das seit mehr als 2 Jahren die alten Stadträte Werner und Stein reden,wirklich lohnt?

Eigentlich müßte da hier zum Thema mehr los sein!!
24.08.09, 21:03:07

raceface

(Administrator)

Frage:

Wer grüßt sich noch in BNA mit Glück auf?

In Zwickau noch viele, auch junge Leute!


A72 schnell - aber nur mit den Bestmöglichen Lärmschutz!!!
25.08.09, 00:04:14

Texan

(Moderator)

geändert von: Texan - 11.09.09, 22:28:22

Zitat von raceface:
Frage:Wer grüßt sich noch in BNA mit Glück auf?


Antwort: Wen mich einer mit "Grüß Gott" begrüßt, grüße ich mit "Glück auf" freundlich zurück.

"Glück auf" ein alter Bergmanngruß, welcher im sächsischen Bergbau des Erzgebirges geprägt wurde. Unter Tage, beim gefahrvollen Abbau von Silber, Zinn u.s.w. mussten die Bergleute immer damit rechnen, zu Tode zu kommen.
Dieser Gruß wurde in Deutschland von allen anderen Bergbauregionen übernommen. So dem Steinkohleabbauregionen im Ruhrpott und dem Kaliabbaugebieten im Harz z.Bsp.
Auch Braunkohle wurde mit Beginn der Industrialisierung, im 19-ten Jahrhundert, anfangs unter Tage gewonnen und später im Tagebau abgebaut.
Dieser Gruß wurde von den Bergleuten, mit Recht übernommen, ist aber tiefverwurzelt mit dem jahrhundertalten Bergbau im Erzgebirge. In diesen Regionen werden diese Traditionen fortgeschrieben.
Was verbietet uns, wenn auch mit einer jüngeren bergmännischen Tradition, diesen Gruß nicht auch weiterhin auszuüben.

Glück auf




Alles was ich hier äußere, ist meine persönliche Meinung entsprechend meines derzeitigen Wissensstandes. Ich erhebe keinerlei Anspruch auf absolute Richtigkeit.
11.09.09, 22:25:33

raceface

(Administrator)

Zitat:
Was verbietet uns, wenn auch mit einer jüngeren bergmännischen Tradition, diesen Gruß nicht auch weiterhin auszuüben.


Gute Frage, auch wenn wir nicht im Erzgebirge sind, so haben wir doch irgendwo eine Tradition!


A72 schnell - aber nur mit den Bestmöglichen Lärmschutz!!!
12.09.09, 00:58:13
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